ANGEBOTE

„Pforzheim schaut sich um“ - 23. Februar 2011

 

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Unter diesem Motto hatte das Kulturamt der Stadt Pforzheim um Mitwirkung an den Gedenkfeiern zum Jahrestag des 23. Februar 1945 geworben, jenem Datum, an dem durch einen verheerenden Bombenangriff gegen Ende des 2. Weltkrieges über 17 000 Menschen in Pforzheim den Tod fanden und die Stadt für immer ihr Gesicht veränderte.


Das Hilda-Gymnasium beteiligte sich gleich doppelt an den Initiativen der Stadt:


Zum einen öffnete die Schule ihre Kellerräume zur Besichtigung. Hier kann man nämlich den wohl einzigen noch einigermaßen erhaltenen Luftschutzkeller aus dem 2. Weltkrieg erleben und zahlreiche anschauliche Details wie die Aufschriften „Schutzraum 2“, „Befehlsstelle“ oder „zu den Aborten“ oder die Druckluftschleusen und Notausstiege im Original vorfinden. Die Fachschaft Geschichte des Hilda-Gymnasiums hatte eine Reihe von Führungen durch die Kellerräume organisiert. Einerseits führten speziell vorbereitete Oberstufenschüler des 4-stündigen Geschichtskurses der Kursstufe 1 ihre Mitschüler der neunten Klassenstufe –hier sind die Themen ‚Nationalsozialismus‘ und ‚2. Weltkrieg‘ im Bildungsplan verankert. Darüber hinaus führten Fachlehrer und auch Schüler stündlich Gruppen interessierter Besucher von außerhalb der Schule durch die ehemaligen Schutzräume und präsentierten auch das umfangreiche Begleitprogramm mit Dokumentationen und Augenzeugenberichten, von Schüler zusammengetragen bzw. vorgetragen. Außerdemwurde ein Kurzfilm gezeigt, der vor einigen Jahren im Seminarkurs Medien des Hilda-Gymnasiums zum Thema 23. Februar 1945 entstanden war. Das öffentliche Interesse an diesen Angeboten war überraschend groß, ebenso das Echo in der Presse.

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Zum andern haben sich Kunstneigungskursschüler der Kursstufe 1 des Hilda-Gymnasiums an der sog. Mosaik-Aktion der Stadt Pforzheim aktiv beteiligt. In Gruppenarbeit setzten sie sich mit dem Thema 23. Februar 1945 auseinander und entwickelten für die vom Kulturamt Pforzheim vorgegebenen, etwa 1 qm großen „Puzzleteile“ spannende Gestaltungsideen mit völlig unterschiedlichem Ansatz.
  

Ergebnisse der Mosaikstein-Aktion

 

Mosaikstein 1


Unser Mosaikstein zum 23. Februar 1945 thematisiert ein bemerkenswertes Detail des Bombenangriffs: Es wird berichtet, dass durch den Feuersog Akten der Stadt Pforzheim bis nach Stuttgart getragen worden seien. Das Hilda-Gymnasium diente damals als Archiv, weshalb wir u.a. (fiktive) Notenlisten von 1945 als „Strudel“ gestaltet haben.

 


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Rebecca Kieselmann, Alicia Leicht,
Vanessa Wohlfahrt, Nicole Runge
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Aline Schwörer, Felix Steindl,
Jenny Schneider, Franziska Rösel

Mosaikstein 2

Unser Mosaikstein zeigt einen kleinen, ganz konkreten  Straßenaus-schnitt. Wir haben uns auf einige wenige ganz persönliche Gegenstände konzentriert. Sie liegen zwischen Asche und Trümmerteilen auf dem Boden, sollen kleine Geschichten erzählen und somit den Betrachter auf einer emotionalen Ebene ansprechen.
Die Gegenstände:
  • Die Taschenuhr ist während des Angriffs um 19.20 Uhr stehen geblieben.
  • Die Kette mit dem Kreuzanhänger blitzt als Hoffnungsschimmer aus dem Staub und der Asche auf. Während des Angriffs wurde viel gebetet.
  • Das Familienfoto zeigt bewusst eine Familie ohne Vater. Oft sind Familienväter im Krieg gefallen.
  • Der Stoffbär gehörte einem Kind, das Opfer des Bombenangriffs wurde. Der Verlust des geliebten Gegenstandes soll gleichzeitig den Verlust der Kindheit darstellen, den viele Kinder im Krieg erleiden mussten.

 

Mosaikstein 3

Der Mosaikstein zeigt eine Ansammlung von alten, sehr persönlichen Portrait-Fotos von Menschen, wie sie in einer Stadt wie Pforzheim gelebt haben könnten. „Darüber“ schwebt der drohende Schatten eines Lancaster-Bombers der Royal Airforce, wie sie zu hunderten am 23. Februar 1945 Tod und Verderben über die Menschen in Pforzheim gebracht haben.

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Julia Künert, Medya Algac,
Nina Häfner, Christine Jung

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Linda Fühl, Fabienne Bickel,
Felix Anger, Amelie Kies

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Unser Mosaikstein ist aus Kerzen und Kerzenwachs gestaltet.

Einerseits symbolisieren die Kerzen die Trauer um die Opfer, andererseits erinnern die zerflossenen Kerzen an eine düstere Ruinenlandschaft, wie man sie nach dem Angriff auf Pforzheim hier vorfinden konnte.

 

Mosaikstein 5

 

Unser Mosaikstein zeigt eine Ansicht des Wallbergs, der als Schutthalde nach dem Angriff vom 23. Februar 1945 die Trümmer der zerstörten Stadt Pforzheim aufgenommen hat. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass das Bild mosaikartig aus vielen einzelnen Bildern Pforzheimer Architektur vor und nach der Zerstörung zusammengesetzt ist, so wie ja auch in der Realität der Wallberg aus der zertrümmerten Pforzheimer Architektur besteht.

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Alisa Dreher, Nadine Kloe

 Bilder der Verlegung:

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